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Feiertage in Excel markieren — Liste, Regeln, Sollstunden

Wochenenden kann Excel selbst erkennen, Feiertage nicht. Der Unterschied entscheidet darüber, ob ein Dienstplan im Mai und im Dezember noch stimmt — und ob die Zuschlagsspalte am Monatsende die richtigen Tage erwischt.

Von Dr. Katharina Müller · 22. August 2026 · Quellen am Seitenende

Kurz beantwortet

Der zuverlässige Weg hat drei Teile. Erstens eine Feiertagsliste auf einem eigenen Blatt, die über den Namensmanager den Namen Feiertage bekommt. Zweitens zwei Regeln der bedingten Formatierung: =ZÄHLENWENN(Feiertage;C$4)>0 für Feiertage und =WOCHENTAG(C$4;2)>5 für Wochenenden. Drittens die richtige Reihenfolge unter Regeln verwalten — Feiertag über Wochenende, mit gesetztem Häkchen Anhalten falls wahr. Dieselbe Liste liefert anschließend die Sollstunden: =NETTOARBEITSTAGE.INTL(Anfang;Ende;1;Feiertage).

Warum Excel Feiertage nicht kennt

Excel rechnet mit Datumswerten, nicht mit Kalendern. Der Wochentag steckt im Datum selbst — WOCHENTAG liest ihn direkt ab. Ein Feiertag dagegen ist keine Eigenschaft des Datums, sondern eine Rechtsfolge aus einem Landesgesetz. Excel kann ihn nicht ableiten, weil er nicht in der Zahl steht.

Dazu kommt, dass die Frage „ist der 15. August ein Feiertag?“ in Deutschland keine eindeutige Antwort hat. Bundeseinheitlich sind nur neun Tage: Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, der 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, der Tag der Deutschen Einheit sowie der erste und zweite Weihnachtsfeiertag. Alles andere regeln die Länder — Fronleichnam gilt in einigen Bundesländern und in Teilen von Sachsen und Thüringen, Mariä Himmelfahrt im Saarland und in vielen bayerischen Gemeinden, das Augsburger Friedensfest nur im Stadtgebiet Augsburg.

Für einen Dienstplan heißt das: Die Feiertage müssen als Daten in der Datei stehen, nicht als Formel. Im Netz kursieren kompakte Formeln, die den Ostersonntag aus der Jahreszahl ableiten und daraus alle beweglichen Termine bauen. Sie sind elegant, aber sie lösen nur die halbe Aufgabe: Die Landesregelungen bleiben trotzdem Handarbeit, und niemand im Team kann eine solche Formel im Zweifel nachprüfen. Zwölf bis vierzehn Zeilen einmal im Jahr sind der ehrlichere Weg.

Schritt 1: Das Blatt „Feiertage“ anlegen

Die Liste gehört auf ein eigenes Blatt oder in den unteren Teil des Stammdatenblatts — nie in den Plan selbst, sonst wandert sie beim nächsten Monatswechsel mit. Vier Spalten reichen:

Blatt „Feiertage“, Bereich A1:D14 (Beispiel für das Jahr 2027)
Datum (A)Bezeichnung (B)Gilt in (C)Zuschlag (D)
01.01.2027Neujahrbundesweit125 %
26.03.2027Karfreitagbundesweit125 %
29.03.2027Ostermontagbundesweit125 %
01.05.2027Tag der Arbeitbundesweit150 %
06.05.2027Christi Himmelfahrtbundesweit125 %
17.05.2027Pfingstmontagbundesweit125 %
03.10.2027Tag der Deutschen Einheitbundesweit125 %
25.12.20271. Weihnachtstagbundesweit150 %
26.12.20272. Weihnachtstagbundesweit150 %

Die Spalte Gilt in wirkt überflüssig, solange der Betrieb einen Standort hat. Bei zwei Standorten in verschiedenen Bundesländern ist sie der Unterschied zwischen einer Datei und zwei Dateien: Die Regel filtert dann nicht auf die ganze Liste, sondern auf die Zeilen des jeweiligen Landes. Die Spalte Zuschlag greift den steuerfreien Rahmen des § 3b EStG auf — 125 Prozent des Grundlohns an gesetzlichen Feiertagen, 150 Prozent am 1. Mai sowie am 25. und 26. Dezember. Wie daraus eine Abrechnungsspalte wird, zeigt der Beitrag Zuschläge in Excel berechnen.

Wichtig für die Datumsspalte: Die Werte müssen echte Datumswerte sein, keine Texte. Ein sicherer Test ist die Rechtsbündigkeit — Excel schiebt Zahlen und Datumswerte nach rechts, Text bleibt links stehen. Linksbündige „Datumsangaben“ werden von ZÄHLENWENN nicht gefunden, und die Regel bleibt wirkungslos, ohne einen Fehler zu melden.

Schritt 2: Den Bereich benennen

Regeln der bedingten Formatierung lassen sich zwar auf andere Blätter beziehen, aber die Formel wird dadurch unleserlich und bricht, sobald jemand ein Blatt umbenennt. Ein benannter Bereich löst beides:

  1. Die Datumsspalte markieren, etwa Feiertage!$A$2:$A$40 — bewusst mit Reserve nach unten.
  2. Formeln → Namen definieren aufrufen.
  3. Als Namen Feiertage eintragen, Bereich Arbeitsmappe lassen, bestätigen.

Eleganter ist die Variante über eine echte Tabelle: Den Listenbereich mit Start → Als Tabelle formatieren in eine Tabelle verwandeln, ihr im Reiter Tabellenentwurf den Namen tblFeiertage geben und anschließend einen Namen Feiertage definieren, der auf =tblFeiertage[Datum] verweist. Neue Zeilen sind dann automatisch Teil des Bereichs. Der Umweg über den Namen ist nötig, weil die bedingte Formatierung strukturierte Tabellenverweise in ihren Formeln nicht direkt annimmt — über einen definierten Namen funktionieren sie.

Schritt 3: Die beiden Regeln

Der Ablauf ist für beide Regeln gleich: Planbereich markieren — im Beispielaufbau C4:AG14, wobei Zeile 4 die Datumszeile ist — dann Start → Bedingte Formatierung → Neue Regel → Formel zur Ermittlung der zu formatierenden Zellen verwenden.

ZweckFormelFormat
Feiertag einfärben=ZÄHLENWENN(Feiertage;C$4)>0kräftige Füllung, fette Schrift
Wochenende einfärben=WOCHENTAG(C$4;2)>5graue Füllung
Nur Sonntag einfärben=WOCHENTAG(C$4;2)=7dunklere graue Füllung
Brückentag hervorheben=UND(WOCHENTAG(C$4;2)<6;ZÄHLENWENN(Feiertage;C$4-1)+ZÄHLENWENN(Feiertage;C$4+1)>0)dünne Umrandung

Zwei Details entscheiden über das Ergebnis. Erstens der gemischte Bezug C$4: Das Dollarzeichen fixiert die Zeile, die Spalte wandert mit. Nur so prüft jede Zelle einer Spalte dasselbe Datum, und die ganze Spalte färbt sich. Ohne das Dollarzeichen entsteht das bekannte Schachbrettmuster. Zweitens muss die markierte Zelle beim Anlegen der Regel die linke obere Zelle des Bereichs sein — Excel bezieht die Formel immer auf sie und rechnet für alle anderen Zellen relativ um.

Der Brückentag-Ausdruck in der letzten Zeile ist optional, aber im Frühjahr nützlich: Er markiert Werktage, die unmittelbar an einen Feiertag grenzen — also genau die Tage, an denen erfahrungsgemäß die meisten Urlaubsanträge eingehen.

Schritt 4: Die Reihenfolge der Regeln festlegen

Hier scheitern die meisten Aufbauten. Fällt ein Feiertag auf einen Samstag — 2027 etwa der 25. Dezember —, treffen beide Regeln zu. Excel arbeitet sie in der Reihenfolge der Regelliste von oben nach unten ab, und wenn beide dieselbe Eigenschaft setzen, gewinnt die obere.

Unter Start → Bedingte Formatierung → Regeln verwalten lässt sich die Reihenfolge mit den Pfeiltasten ändern. Die Feiertagsregel gehört nach oben. Zusätzlich sollte in ihrer Zeile das Häkchen Anhalten falls wahr gesetzt werden: Trifft sie zu, prüft Excel die darunter liegenden Regeln gar nicht mehr. Das ist auch dann sauber, wenn die Regeln unterschiedliche Formateigenschaften setzen — sonst mischt Excel graue Füllung und fette Schrift zu einem dritten Erscheinungsbild, das in der Legende nicht vorkommt.

Empfohlene Reihenfolge im Regelmanager
PositionRegelAnhalten falls wahr
1Feiertag (ZÄHLENWENN)ja
2Wochenende (WOCHENTAG)ja
3Abwesenheit (=ODER(C5="U";C5="K"))nein
4Unterbesetzung (ZÄHLENWENN auf die Spalte)nein

Der zweite typische Fehler ist der zerfallene Anwendungsbereich. Wer Zeilen einfügt, kopiert oder Zellen verschiebt, zerlegt eine Regel oft in mehrere Fragmente mit unterschiedlichen Bereichen. Der Regelmanager zeigt das in der Spalte Wird angewendet auf: Stehen dort drei Einträge derselben Regel, sollten die Fragmente gelöscht und die Regel einmal sauber neu über den gesamten Bereich gelegt werden.

Schritt 5: Dieselbe Liste rechnet die Sollstunden

Die Feiertagsliste ist mehr wert als eine Farbe. Zwei Funktionen nehmen sie direkt als Argument entgegen:

AufgabeFormelErgebnis
Arbeitstage im Monat=NETTOARBEITSTAGE.INTL(C4;AG4;1;Feiertage)Zahl der Werktage ohne Wochenenden und Feiertage
Monatssoll in Stunden=NETTOARBEITSTAGE.INTL(C4;AG4;1;Feiertage)*8Sollzeit bei acht Stunden täglich
Nächster Arbeitstag=ARBEITSTAG.INTL(C4;1;1;Feiertage)überspringt Wochenende und Feiertag
Sechs-Tage-Betrieb=NETTOARBEITSTAGE.INTL(C4;AG4;11;Feiertage)nur der Sonntag gilt als frei

Das dritte Argument ist der Wochenendcode: 1 steht für Samstag und Sonntag, 11 für „nur Sonntag frei“, 7 für „nur Freitag und Samstag frei“. Damit lässt sich dieselbe Formel für einen Bürobetrieb, einen Sechs-Tage-Betrieb im Einzelhandel und für abweichende Ruhetage verwenden, ohne die Feiertagsliste zu duplizieren. Für die Verrechnung mit den tatsächlich geleisteten Stunden gilt weiterhin das Zellformat [h]:mm — die Begründung steht im Beitrag Arbeitsstunden in Excel korrekt summieren.

Was die Datei damit immer noch nicht weiß

Die Farbe zeigt, dass ein Tag ein Feiertag ist. Sie sagt nichts darüber, ob an ihm gearbeitet werden darf und was daraus folgt. Nach § 9 ArbZG dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr grundsätzlich nicht beschäftigt werden; § 10 ArbZG zählt die Ausnahmebereiche auf, von Not- und Rettungsdiensten über Gaststätten bis zu Verkehrsbetrieben.

Der praktisch wichtigste Punkt steht in § 11 Abs. 3 ArbZG: Wer an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag beschäftigt wird, hat Anspruch auf einen Ersatzruhetag innerhalb von acht Wochen. Bei Sonntagsarbeit sind es zwei Wochen. Diese Frist läuft in der Tabelle nicht mit — sie muss von Hand nachgehalten werden, und genau daran scheitern Pläne im Dezember regelmäßig.

Ebenfalls außerhalb der Datei bleibt die Entgeltfrage. Fällt Arbeit wegen eines Feiertags aus, ist das Entgelt nach dem § 2 EntgFG fortzuzahlen — bei Schichtbetrieb und wechselnden Arbeitszeiten ist die Berechnung des Ausfalls die eigentliche Arbeit, nicht die Markierung im Plan.

Fragen aus der Praxis

Häufige Fragen

Wie markiert man Feiertage in Excel automatisch?
Eine Liste der Feiertagsdaten auf einem eigenen Blatt anlegen und dem Bereich über Formeln → Namen definieren den Namen Feiertage geben. Dann den Planbereich markieren, Bedingte Formatierung → Neue Regel → Formel zur Ermittlung der zu formatierenden Zellen verwenden und =ZÄHLENWENN(Feiertage;C$4)>0 eintragen, wobei C4 die erste Datumszelle der Kopfzeile ist.
Warum eine Liste statt einer Berechnung?
Weil nur neun Feiertage bundeseinheitlich gelten und alle übrigen vom Bundesland abhängen, teils sogar von der Gemeinde. Eine Formel müsste also nicht nur die beweglichen Ostertermine treffen, sondern auch die Landesregelungen abbilden. Zwölf bis vierzehn Zeilen pro Jahr sind schneller gepflegt und für jeden im Team nachprüfbar.
Warum überdeckt die Wochenendfarbe den Feiertag?
Weil beide Regeln zutreffen und Excel sie in der Reihenfolge der Regelliste abarbeitet. Unter Bedingte Formatierung → Regeln verwalten die Feiertagsregel nach oben schieben und in ihrer Zeile Anhalten falls wahr aktivieren. Dann gewinnt bei einem Feiertag am Samstag die Feiertagsfarbe.
Wie rechnet man die Sollstunden eines Monats ohne Feiertage?
Mit =NETTOARBEITSTAGE.INTL(Anfang;Ende;1;Feiertage). Die Funktion zählt die Tage zwischen zwei Daten, überspringt Samstage und Sonntage und zieht jedes Datum aus dem Bereich Feiertage ab. Multipliziert mit der täglichen Sollarbeitszeit ergibt sich das Monatssoll; der Wochenendcode 11 stellt auf einen Sechs-Tage-Betrieb um.

Weiterlesen

Den kompletten Aufbau einer eigenen Datei beschreibt Dienstplan in Excel erstellen, die Zuschlagsrechnung Zuschläge in Excel berechnen. Welche Konstruktionsfehler sich am häufigsten einschleichen, sammelt der Beitrag zu den häufigsten Fehlern in Excel-Dienstplänen. Fertige Raster stehen in der Vorlagenübersicht und im Monatsplan als Excel-Vorlage.

Nachprüfbar

Quellen und Stand

Stand: 22. August 2026. Menüwege und Formeln wurden in einer aktuellen Excel-Version nachvollzogen; in LibreOffice Calc und Google Tabellen weichen die Menübezeichnungen ab, die Funktionsnamen stimmen überein. Die Feiertagsdaten im Beispiel gelten für das Jahr 2027.

  1. Microsoft-Support: Bedingte Formatierung verwenden.
  2. Microsoft-Support: NETTOARBEITSTAGE.INTL und ARBEITSTAG.INTL.
  3. §§ 9 bis 11 ArbZG zu Sonn- und Feiertagsruhe, Ausnahmen und Ersatzruhetagen.
  4. § 3b EStG zu steuerfreien Zuschlägen für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit.
  5. § 2 EntgFG zur Entgeltzahlung an Feiertagen.
  6. Aplano: Dienstplanung und Zeiterfassung für Funktionsumfang und Tarifstand.

Quellen zuletzt geprüft am 22. August 2026. Rechts- und Steuerinformationen sind eine allgemeine Orientierung und ersetzen keine Beratung im Einzelfall; maßgeblich sind die Feiertagsgesetze des jeweiligen Bundeslandes.

Über die Autorin: Dr. Katharina Müller ist Arbeitswissenschaftlerin und Expertin für Personalplanung, Arbeitszeitgestaltung und Workforce Management.

Redaktioneller Hinweis: Betreiber dieser Website ist die Kalibytes GmbH. Produkt-, Preis- und Bewertungsangaben zu Aplano werden anhand der verlinkten Anbieter- und Drittquellen geprüft. Die Einordnung ist auf den Nutzen für Dienstplanungsteams ausgerichtet.